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The Times verzeichnet Erfolge mit Facebook-Gruppe

Im April schuf die britische Tageszeitung The Times, die Facebook-Gruppe 52:48 als Ort, an dem die Leser in einem maßgeschneiderten Raum über Probleme des „Brexit“ sprechen können. Seit ihrer Gründung hat die Times die Gruppe im letzten Jahr auf mehr als 1.300 Mitglieder gebracht.

Facebook sprach mit dem Social Media-Redakteur der Times UK, William Park, darüber, wie sie die Gruppe aufgebaut, das Gespräch am laufen gehalten haben und was sie als nächstes für ihre Mitglieder planen.

Warum habt Ihr euch entschieden, eine Facebook-Gruppe anstelle einer Facebook-Seite zu verwenden, um 52:48 zu starten?

Einer der Hauptgründe, warum wir uns entschieden haben, 52 | 48 zu starten, ist, dass wir mehr von unseren Lesern hören wollten, insbesondere von den Lesern, die normalerweise nicht auf unserer Seite kommentieren. Hierfür gibt es verschiedene Gründe, aber die Meinungen dieser Menschen sind uns wichtig.

Eine Gruppe hat für dieses Projekt am meisten Sinn gemacht. Wir haben gesehen, dass es bereits eine Reihe von Gruppen gibt, die einen Raum bieten, um über den Brexit zu sprechen. Die meisten dieser Gruppen sorgen jedoch speziell dafür, dass das Publikum über eine Seite der Debatte spricht. Keiner bot einen moderierten Raum für Menschen, die unterschiedliche Meinungen haben. Facebook-Gruppen bieten eine unterstützende Community für Menschen, die gemeinsame Interessen teilen, auch wenn sie nicht der gleichen Ansicht sind.

Wie denkt Ihr über eure Content-Strategie für die Gruppe nach? Welche Art von Gesprächen wolltet Ihr anregen?

Als wir mit der Gruppe begannen, skizzierten wir die verschiedenen Arten von Inhalten, von denen wir dachten, dass sie in der Gruppe gut ankommen würden; Umfragen, Fragen und Antworten, Links zu Artikeln, Lives usw. Nach einer Weile haben wir die Nutzer befragt, welche Art von Inhalten sie am meisten genossen haben und welche sie am liebsten sehen würden. Sie sagten einstimmig, dass sie mit unseren Journalisten sprechen wollen.

Wer ist Eure Zielgruppe und wie habt Ihr euch entschieden, diese Zielgruppe zu erreichen?

Wie ich oben gesagt habe, wir möchten verschiedene Meinungen von Nutzern hören, deswegen bewerben wir die Gruppe weit und breit. Um neue Gruppenmitglieder zu finden, veröffentlichen wir Link-Posts, genauso wie Links im Kommentarbereich, Tweets, Links im Newsletter und erzählen den Menschen persönlich von der Gruppe.

Wie organisiert Ihr den internen Workflow, um die Gruppe zu verwalten und eine gute Interaktion zu fördern?

Das gesamte Team loggt sich bei der Arbeit ein und sucht immer nach Interaktionsmöglichkeiten oder Situationen, in denen man eingreifen und moderieren kann. In Wirklichkeit machen wir nicht viel und verlassen uns auf die Gruppe, die von selbst läuft, nachdem sie zu einer vernünftigen Größe gewachsen ist. Wir begannen damit, neue Mitglieder zu bitten, eine Frage zu beantworten, als sie der Gruppe beitraten und auf dieser Basis haben wir neue Mitglieder geprüft. Es ist jedoch sehr selten, dass wir Menschen abweisen. Wir neigen dazu, neuen Mitgliedern den Vorteil des Zweifels zu geben und sie zu korrigieren. In privaten Nachrichten weisen wir sie auf den Fehler hin. Zu Beginn des Tages recherchieren wir häufig Artikel, von denen wir denken, dass sie in der Gruppe funktionieren könnten.

Was waren Eure Maßstäbe für den Erfolg mit der Gruppe?

Erfolg ist, wenn eine Gruppe hohes Engagement aufweist (derzeit interagieren etwa 89% der Mitglieder von 52 | 48 einmal im Monat, etwa zwei Drittel interagieren einmal pro Woche). Das sind große Zahlen, und wenn wir die Gruppe auf ein paar tausend Mitglieder mit ähnlichem Engagement ausweiten können, stellt sie sich bald in den gleichen Ausmaß ein wie ein Newsletter in Bezug auf die Rendite, mit einem viel geringeren Investitionsniveau.

Was hofft Ihr, dass die Leser aus dieser Gruppe herausziehen können? Was habt Ihr online und offline gemacht, um mit ihnen zu interagieren?

Im Oktober luden wir eine Handvoll unserer aktivsten 52 | 48 Gruppenmitglieder in die Büros der Times ein, um ihnen zu danken und ihre Gedanken über die Gruppe besser zu verstehen.

Trotz der Befürchtungen, dass niemand auftauchen würde – oder noch schlimmer, dass sie auftauchen würden und alle sich gegenseitig hassen – lief das Treffen gut. Unsere Gruppenmitglieder hörten unserem politischen Reporter Henry Zeffman und unserem Policy Redakteur Oliver Wright zu und unterhielten sich lange mit Philip Collins, dem Kolumnisten und ehemaligen politischen Redenschreiber. In ihrem Feedback sagten sie, dass sie es besonders genossen hätten, mit unseren Journalisten im echten Leben zu diskutieren.

Vor allem schien dieses Experiment mehr Vertrauen und Verständnis zwischen den Gruppenmitgliedern und der Times zu schaffen. Diese Mitglieder konnten sehen, wie die Nachrichten und Meinungsbeiträge jeden Tag erstellt werden und warum bestimmte Entscheidungen in der Redaktion getroffen werden. Im Gegenzug konnten sie uns ein einzigartiges Feedback geben.

Was sind Eure Pläne für die Gruppe in der Zukunft? Hat es Euch dazu inspiriert, mehr Gruppen zu schaffen?

Wir haben bereits zwei weitere Gruppen begonnen und ich freue mich sagen zu können, dass es so aussieht, als ob sie ein Erfolg werden würden. Wir haben vor, in Zukunft noch eine Gruppe zu starten, aber es ist wichtig, dass wir auf dem Erfolg der drei aufbauen, bevor wir zu viele starten.

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